Vortrag „Unsere Welt brennt, wir liefern Lösungen“

Posted on by Stefanie Kuhnlein

„Unsere Welt brennt, wir liefern Lösungen!“ Unter diesem Motto gaben Dr. Franz Alt und Mario Münch am 20.02.20 um 19 Uhr im Kreiskulturraum Kronach Antworten auf aktuelle Klimafragen. 

Franz Alt, vielen insbesondere als langjähriger Moderator des Politmagazins „Report“ ein Begriff, ist seit der Atomkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 ein Kämpfer für Nachhaltigkeit und den Einsatz erneuerbarer Energien. In seinem Vortrag in Kronach warnte er: „Tagtäglich rotten wir 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Jeden Tag verlieren wir 80.000 Tonnen fruchtbaren Boden durch Erosion. Die Wüsten breiten sich täglich um 50.000 Hektar aus, und wir emittieren weiterhin jeden Tag 150 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre. Wir importieren schmutzige Energie wie Öl, Gas und Uran und verfeuern in wenigen Jahrzehnten, was die Erde in Millionen Jahren angesammelt hat. Das alles hält der Planet auf Dauer nicht aus.“ Eine 100-prozentige Energiewende sei dringend notwendig. Dabei gehe es nicht nur um Strom, sondern auch um Mobilität sowie um Kälte und Wärme. Alle Energie verbrauchenden Elemente müssten daher durch die sogenannte Sektorenkopplung miteinander verbunden werden. Aus überschüssigem Wind- und Solarstrom könnten wir Methan produzieren und im flächendeckenden Gasleitungsnetz in Deutschland speichern bzw. transportieren. Mit dieser Infrastruktur könnten wir drei bis vier Monate Winter sehr gut überstehen, auch wenn kein Wind wehen und keine Sonne scheinen sollte. Doch ohne Mobilitätswende könne es keine Energiewende geben, so Alt. Busse könnten mit Methan betrieben werden, Privatfahrzeuge werde es künftig deutlich weniger geben, stattdessen sollten Car-Sharing-Konzepte mit Elektrofahrzeugen die Mobilität verändern. Solarpanele auf dem Carport produzieren dabei günstigen und sauberen Treibstoff. Im Haus sorgten Wärmepumpen für wohlige Temperaturen. „Dabei ist Solarstrom Sozialstrom, weil er günstig ist”, sagt Alt.

Der Meinung ist auch Mario Münch. Aus der Praxis weiß der rugendorfer Unternehmer: „Wir sind heute in der Lage, den Industriepreis für Netzstrom von derzeit 16,4 Cent zu halbieren. Dezentraler, sauberer Strom kostet nur 7,28 Cent. Spritpreise werden bei E-Mobilität durch den Einsatz von dezentral erzeugter Energie durch Photovoltaik sogar geachtelt auf ganze 14 Cent. Heizkosten lassen sich durch den Einsatz von Eigenstrom und Wärmepumpen vierteln.“ Als Verfechter der Solarenergie setzt Münch sich seit vielen Jahren für eine nachhaltige Wende in der Energie- und Umweltpolitik ein. Der Unternehmer plädiert seit Jahren dafür, dass eine gute Zukunft nur dann Bestand habe, wenn wir endlich aufhören den Planeten zu ruinieren. Mit der Veranstaltung in Kronach wollte er erneut zum Umdenken anregen und eine Plattform zum Mitdiskutieren bieten. 

Und dies ist ihm gelungen. Nach dem Vortrag wurde im Publikum heiß diskutiert. Dabei wurde klar, dass die Kommunalpolitik als Treiber der Energiewende in der Region gefragt ist.

 

 

 

 

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